Trauer

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Trauer ist das Gefühl der Wandlung und des Überganges.

Wir können uns vor Verlusten im Leben nicht sichern. Da alles im Leben in Wandlung ist, alles „im Fluss“ ist, sind wir gezwungen mit Verlusten und Abschieden zu leben.

Besonders heute, in unserer hochtechnisierten, schnellebigen Zeit müssen wir uns ständig von vielem verabschieden und uns an veränderte Lebensumstände gewöhnen. Verlustkummer ist eine Erfahrung, die jeder Mensch machen und mit der er fertig werden muss.

Wir Menschen sind von Natur aus „vorprogrammiert“, dass unser Organismus damit tatsächlich auch fertig werden kann. Wir sind mit Fähigkeiten ausgerüstet, Verluste und Trennungen aller Art zu bewältigen. Trauer ist eine natürliche, normale und selbstverständliche Antwort unseres Organismus, unserer ganzen Person auf Verlust.

Trauer ist eine Fähigkeit mit besonderer Qualität und von lebenswichtiger Bedeutung. Mit ihr wird unser Leben auf unserer Erde überhaupt erst erträglich gemacht.

Jede Trennung, jeder Abschied erfordert Trauerarbeit.

An Lebensübergängen sollten wir Innehalten, uns in Erinnerung rufen, was wir verlieren und welche Gefühle damit verbunden sind.

Zum Innehalten, zu dem der Trauerprozess uns zwingt, gehört, dass die Umwelt dieses Innehalten auch akzeptiert. Bei Verlust durch Tod eines Menschen gesteht die Umwelt meistens (leider auch nicht immer!) eine Schonfrist zu. Es besteht jedoch oft wenig Verständnis in der Umwelt für einen Trauerprozess, der z.Bsp. bei Trennung nötig ist; Trennung vom Partner, Trennung von Kindern, Arbeitsstellen, Wohnorten, Idealen....

Viele Menschen haben Angst, in die Trauer hineinzufallen, Angst sich total zu verlieren, gar verrückt zu werden.

Wenn uns die Trauer überkommt, wissen wir oftmals nicht, wohin mit ihr. Es fehlt ein geeigneter Rahmen. Es fehlt einfach das Kollektiv für die aktuelle und langfristige Unterstützung von Betroffenen. Es fehlt die Grossfamilie, die Dorfgemeinschaft, die verständnisvolle Nachbarschaft als „Auffangbecken“ für berechtigte Tränen.

Die immer stärker verbreitete Einstellung, Trauer sollte man alleine im stillen Kämmerlein erledigen, ist der Grund für Vereinsamungen, für Gefühle des Alleingelassenseins, für schwere Gesundheitsrisiken. Verdrängte, vermiedene und unausgedrückte Trauer spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung, im Ausbruch und Verlauf von Krankheiten. Angesichts solcher Gefahren ist es wirklich lohnend, die Trauer ernst zu nehmen und ihrem Ausdruck einen Weg zu bahnen.

Ein geschützter Rahmen, kreative Ausdrucksformen und Rituale unterstützen die Trauer ins Fliessen zu bringen und sie wirklich zu durchleben. Trauer kann als eine Periode betrachtet werden, in der fortwährend lebenswichtiges Wachstum und Reife stattfinden. Sie ist eine Übergangszeit, in der wir die Gelegenheit haben, neue Fähigkeiten zu entwickeln, um mit den erzwungenen Veränderungen, die durch den Verlust eingetreten sind, fertig zu werden. Durch die Auseinandersetzung mit dem Verlust findet die Veränderung statt.

Krise als Chance!

 

Kein Anfang ohne Ende - Eine Einladung zum Innehalten an Lebensübergängen

 

 

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update: 12.01.2013